Kanadische Lärche gehört zu den härtesten Nadelhölzern Nordamerikas. Der hohe natürliche Harzgehalt macht sie besonders widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Pilzbefall und Witterungseinflüsse. Dichte, gleichmäßige Jahresringe verleihen charakteristische Festigkeit. Die Sortierung „Gkl. u/s" (Güteklasse unsortiert) bezeichnet nachsortierte Ware mit etwa 70 % A-Sortierung und 30 % B-Sortierung. Typische Holzmerkmale wie Äste, Harzaustritte und feine Trocknungsrisse sind materialtypisch.
Wofür sind Glattkantbretter aus kanadischer Lärche geeignet und wofür nicht?
Geeignet sind die Bretter für:
- Vorgehängte, hinterlüftete Fassadenverkleidungen
- Sichtschutzzäune, Sichtschutzwände und Gartenzäune
- Terrassen-Unterkonstruktionen und -Dielen
- Seitenverkleidung für Carports, Gartenhäuser, Terrassenüberdachungen
- Dachuntersichten und überdachte Außenbereiche
- Wand- und Deckenverkleidungen im unbeheizten Innenbereich
- Trennwände, Rahmenkonstruktionen und konstruktive Elemente im Innenausbau
Nicht geeignet sind die Bretter für:
- Tragende Konstruktionen (statisch relevante Bauteile)
- Dauerhaft nasse Bereiche und direkten Bodenkontakt
- Konstruktionen ohne Hinterlüftung
- Außenanwendungen, bei denen eine deckende, farbige Lackierung dauerhaft erhalten bleiben soll (Lärche neigt zur Vergrauung, auch unter Lasur)
Hinweis: Für statische Berechnungen und konstruktive Nachweise kontaktieren Sie bitte einen Fachplaner oder Statiker. Wir dürfen keine rechtsverbindlichen Aussagen zu statischen Anforderungen treffen.
Welche Probleme lösen Glattkantbretter aus kanadischer Lärche gegenüber Standardware?
Verzug und Maßhaltigkeit
Ungetrocknetes Bauholz neigt zu starkem Verzug, Verdrehung und Rissbildung. Durch die technische Trocknung auf etwa 18 % Holzfeuchte sind die Glattkantbretter deutlich formstabiler. Das Holz hat die Schwindung bereits hinter sich, bevor es bei Ihnen ankommt, die Montage wird einfacher und die Verformung minimiert.
Witterungsbeständigkeit & Pflege
Nadelhölzer wie Fichte oder Tanne benötigen im Außenbereich regelmäßige Pflegeanstriche. Kanadische Lärche hingegen ist von Natur aus witterungsbeständig und entwickelt eine silbergraue Patina als natürlichen Schutzfilm. Dadurch bleibt Ihnen die Vor- und Nachbehandlungen erspart. Wie schnell und stark das Holz vergraut, hängt davon ab, wie stark Wind, Regen und Sonne auf die Bretter wirken.
Gleichmäßige Oberfläche und saubere Optik
Sägeraue Bretter haben eine raue Oberfläche, die Schmutz und Feuchtigkeit festhält und ungleichmäßig verwittert. Die vierseitig gehobelte und gefaste Oberfläche der Glattkantbretter hingegen sorgt für gleichmäßige, hochwertige Optik. Die Fase verhindert scharfe Kanten und erleichtert die Montage
Was unterscheidet Glattkantbretter aus kanadischer Lärche von anderen Holzprodukten im SCS Holzshop?
Kanadische Lärche vs. sibirische/nordische Lärche
Sibirische Lärche ist seit dem Ukraine-Krieg hat an Verfügbarkeit verloren. Kanadische Lärche hat sich als gleichwertiger Ersatz etabliert. Beide Arten stammen aus kalten Regionen und wachsen langsamer als europäische Lärche, wodurch sich feinere Jahresringe bilden, die das Holz widerstandsfähiger machen. Kanadische Lärche hat oft eine gleichmäßigere Maserung und weniger Äste, da die Wälder weniger dicht bewirtschaftet werden. Zudem ist sie günstiger verfügbar, was sich im Preis niederschlägt. Für die Praxis ersetzt die kanadische Lärche sibirische Lärche vollwertig.
Glattkantbretter vs. Profilbretter (Rhombus, Fase)
Glattkantbretter haben eine ebene Oberfläche ohne spezielles Profil – ideal für Unterkonstruktionen, Rahmen und Innenverkleidungen. Rhombusleisten mit Schattenfugenprofil sind hingegen für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden optimiert. Wählen Sie Glattkantbretter für flächige Konstruktionen, Rhombusleisten für Fassaden mit durchgehender Schattenfuge.
Lärche vs. Douglasie
Douglasie ist ebenfalls ein dauerhaftes Nadelholz, hat aber eine gröbere Struktur und neigt stärker zu Harzaustritt. Lärche ist in der Regel gleichmäßiger gewachsen, dichter und schwerer. Für hochwertige Sichtflächen und feine Konstruktionen ist Lärche die bessere Wahl. Douglasie ist wirtschaftlicher und eignet sich für robuste Konstruktionen, bei denen die Optik nicht im Vordergrund steht.
Lärche vs. Fichte/Tanne
Fichte und Tanne sind deutlich weicher, leichter und im Außenbereich nicht so robust. Sie benötigen immer einen chemischen Holzschutz oder regelmäßige Pflegeanstriche. Lärche hingegen kann unbehandelt verbaut werden und ist deutlich widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Pilzbefall. Für Außenanwendungen ohne aufwändige Pflege ist Lärche deutlich bessere Wahl.
Wenn Sie unsicher sind, welches Holz für Ihr Projekt am besten geeignet ist, hilft der Ratgeber „Weichhölzer" oder ein Anruf bei unserer Fachberatung.
Hinweise zur Verarbeitung
Materialtypische Eigenschaften
Holz ist ein Naturprodukt. Farb- und Strukturunterschiede, Äste, Harzaustritte und feine Trocknungsrisse sind materialtypisch und nicht reklamierbar. Auch bei technisch getrocknetem Holz können weitere Risse entstehen, wenn das Holz nach der Montage weiter trocknet oder Feuchtigkeit aufnimmt. Dies ist normal und beeinträchtigt die Festigkeit nicht.
Wichtige Verarbeitungshinweise
- Lagerung: Trocken, luftig und vor direkter Bewitterung geschützt lagern. Mit Zwischenlatten stapeln.
- Holzschutz (optional): Kanadische Lärche kann unbehandelt verbaut werden. Schnittkanten mit Stirnkantenwachs oder Holzschutzlasur nachbehandeln. Für gleichmäßige Vergrauung: SCS Greyline Vorvergrauung.
- Montage: Auf Lattung (mindestens 30 x 50 mm, Abstand maximal 700 mm) mit Edelstahlschrauben (A2) befestigen. Bei Brettern über 110 mm Breite zwei Schrauben pro Auflager.
- Hinterlüftung: Bei Fassaden mindestens 20 mm Luftschicht hinter den Brettern vorsehen. Fassadenbahn hinter der Grundlattung anbringen.
- Fugen: 5–8 mm zwischen den Brettern einplanen, um Quellbewegungen auszugleichen.
Besonderheiten bei kanadischer Lärche
- Kanadische Lärche wird in Nordamerika in Fuß gemessen. Bei der Umrechnung von Fuß auf Meter entsteht immer eine Längendifferenz von bis zu 5 cm. Wir empfehlen daher, für Ihre Endlänge immer eine Zugabe von 10 cm einzukalkulieren.
- Aufgrund des Trocknungsverhaltens und den dadurch entstehenden Rissen sollten Sie einen stirnseitigen Anschnitt von ca. 15 cm einkalkulieren.
Wichtig: Für statische Berechnungen und konstruktive Nachweise kontaktieren Sie bitte einen Fachplaner oder Statiker. Wir dürfen keine rechtsverbindlichen Aussagen zu statischen Anforderungen treffen.